Wilfriede Schwerm-Hahne
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update    07/2006                           webmaster B+R Schwab

Irish Wolfhound Club-Match 2003 of Northern Ireland  in Hillsborough Fort
Bericht und Fotos von Werner Löhr

Denkt man an Irland, so sieht man spontan filmreife Szenen vor seinem geistigen Auge ablaufen: Von sanften Hügeln geprägte Landschaften mit grünen Wiesen, auf denen Schafe weiden, nur unterbrochen von Hecken oder niedrigen Bruchsteinmauern, typisch irische Pubs, die sich seit Jahrhunderten nicht verändert haben, mit dunklen, eichenen blank gescheuerten Tischen und Zapfhähnen aus Messing, aus denen Guiness und Kilkenny fließen, irische Volksmusik und Menschen, die aufgeschlossen und unkompliziert den Kontakt zu Fremden nicht scheuen und mit denen es leicht fällt, schon nach kurzer Zeit interessante Gespräche zu führen. Selbstverständlich denkt man auch an Landhäuser und Schlösser mit riesigen gepflegten Parkanlagen, geschützt durch schmiedeeiserne Tore, versehen mit alten historischen Emblemen. Natürlich denken wir Windhundleute auch sogleich an die Irischen Wolfshunde, die auf der „Grünen Insel“ ihre Heimat haben.
Diese, zugegeben klischeehaften Vorstellungen wurden bei der diesjährigen „Irish Wolfhound Championship Show“, organisiert und durchgeführt vom „Irish Wolfhoud Club of Northern Ireland“, eher noch übertroffen



Es waren überwiegend Hunde aus irischer Zucht, aber auch aus England, Schottland, Wales, selbst aus Italien war man angereist, um an diesem Ereignis teilzunehmen. Pünktlich um 11 Uhr begann die von Familie Tim Finney hervorragend organisierte Veranstaltung in sehr gelockerter, fast familiärer Atmosphäre. Über die Meldezahl waren die Veranstalter begeistert. So etwas hatte es seit Jahren nicht mehr gegeben. Über die Qualität der Hunde folgt nun ein Bericht von Frau Wilfriede Schwerm-Hahne, die die Wolfhounds auf dieser Veranstaltung  bewerten durfte.



 


Hillsborough Fort, der Ort wo am 26. September 2003 diese Clubschau stattfand, gehört zur irischen Sommerresidenz der britischen Königin, die einmal im Jahr hier einen Teil ihrer Ferien verbringt. Nur den Irischen Wolfshunden ist es vorbehalten, dieses Gelände für ihre jährlich stattfindende Ausstellung nutzen zu dürfen, möglicherweise weil auch ein Irish Wolfhound zum „Royal Guard“ der Königin gehört.
Auf feinstem Golfrasen, umrahmt von den Wehranlagen aus dem Jahr 1650, mit Park und See im Hintergrund, hatten sich die 64 gemeldeten Hunde mit ihren Besitzern und Ausstellern bei untypisch irischem Wetter (es war klar und die Sonne schien) am Freitagmorgen eingefunden.


Mr. Tim Finney, Vorsitzender des IW-Clubs of Northern Ireland
 und W. Schwerm-Hahne

 „Es war für mich eine Ehre, die IW`s im Mutterland dieser Rasse richten zu dürfen, und diese Ausstellung wird zu den schönsten Erinnerungen meiner langjährigen Richtertätigkeit gehören. Niemals hatte ich so viele schöne und typvolle Hunde erwartet und fast alle waren in einer phantastischen, harten Kondition. Bis auf fünf Hunde hatten alle ein sauberes, gepflegtes und kräftiges Gebiss mit wenig Prämolarverlust. Keiner der ausgestellten Hunde zeigte ein scheues oder gar aggressives Verhalten. Überwiegend richtete ich substanzvolle, knochenstarke Hunde mit typvollen Bewegungen und harscher Behaarung, sowie ausdrucksstarken Köpfen.
Beim anschließenden „Social Event“ verriet mir einer der ältesten Züchter, Mr. Kelly (Nutstown) wie er seine Welpen aufzieht: Viel Milch, Eier, Getreide, Knochenbrühe, wenig Fleisch und ab und zu  einen Knochen, damit das Gebiss geputzt und kräftig wird.“


 links BOB Ch Gartlove Ghleann Kyle, rechts BOS Covenant Gildenlode

Nach Beendigung des letzten Wettbewerbs dauerte es keine 30 Minuten und alles war abgebaut, verstaut und aufgeräumt. Beim anschließenden gemeinsamen Essen in einem nahe gelegenen Restaurant, zu dem sich 30 Personen angemeldet hatten, wurde gefachsimpelt und noch lange über die Ausstellung gesprochen. Einige waren dann mit ihren Gedanken schon bei der nächsten Schau, die am nächsten Tag in King’s Hall in Belfast stattfinden sollte. Auch wir, Frau Schwerm-Hahne, Frau Hübner, die deutsche Delegierte des EIWC und ich waren interessiert und sahen uns diese internationale Ausstellung an. Viele der am Freitag beim Clubmatch ausgestellten Wolfhounds waren auch hier am Start und es war interessant zu sehen, wie sie sich in einer Halle auf Teppichboden im Gegensatz zum Außengelände präsentierten und wie die Bewertung und Platzierung ausfiel.

Nach dem Richten der IW`s hatte der Nordirische Wolfhoundclub zu einer lockeren Zusammenkunft der anwesenden Aussteller und Züchter auf dem Ausstellungsgelände geladen. Selten habe ich eine so faire, entspannte, neidlose und freundliche Atmosphäre erlebt, selten so lehrreiche Gespräche über Zucht, Welpenaufzucht und Hundecharaktere geführt. Man hätte meinen können, der Begriff „Fair Play“ wurde ursprünglich auf der „Grünen Insel“ geprägt.



after the Show“ Kennel Gulliagh, T. u. M. Finney


Sometimes dreams come true?!

I-Tüpfelchen des Ganzen war, dass wir auch noch in einem wunderbaren Guesthouse untergebracht waren, ein Haus und Grundstück ähnlich denen, die man sonst nur auf Postkarten oder in Reisedokumentationen sieht. Als dann zu unserer großen Überraschung auch noch ein Bentley Continental vorfuhr (genau der mit den handgenähten Ledersitzen und den Einlegearbeiten aus Vogelaugenahorn), am Steuer ein Mitglied des IWC, konnten wir es kaum glauben. Aber manchmal, wenn auch ganz selten, werden Träume zur Wirklichkeit.


rechts BOS Covenant Gildenlode  -   links Platz 1 open bitch Sally of Nutstown

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